Küchenschränke abbauen und in der neuen Wohnung wieder aufbauen
Der Abbau von Küchenschränken beginnt nicht mit dem Schraubendreher, sondern mit der Kamera. Fotografiere jede Schranktür, jede Schublade und vor allem die Rückseite der Korpusse, bevor du irgendetwas löst. Die Position der Exzenterverbinder, der Dübel und der Topfbänder ist später kaum noch zu rekonstruieren, wenn die Einzelteile erst einmal in Kisten liegen. Nummeriere die Schrauben nach Größe und Verwendungszweck: kleine Spanplattenschrauben für die Korpusse, längere für die Wandbefestigung, Sonderschrauben für Griffe. Ein leerer Eierkarton oder mehrere verschließbare Beutel mit beschrifteten Zetteln verhindern, dass du am Zielort vor einem Haufen Metall stehst und rätselst, welche Schraube wohin gehört.
Bevor du die Schränke von der Wand löst, entfernst du alle losen Teile: Einlegeböden, Besteckkästen, Auszüge. Das senkt das Gewicht und verhindert, dass Türen aufschwingen und abbrechen. Die Wand selbst brauchst du nicht zu demontieren, aber sie verdient Schutz. Klebe Abdeckfolie unter die Oberschränke, damit herabfallender Putz oder abplatzende Farbe den Boden nicht erreichen. Beim Abschrauben der Wandverbinder hältst du den Korpus mit einer zweiten Person fest, sonst kippt er nach vorn. Dübel bleiben oft in der Wand stecken; dreh sie mit einer Zange heraus oder versenke sie, wenn die neue Wohnung andere Bohrlöcher erfordert. Wer gleichzeitig eine Waschmaschine umziehen mit Transportsicherung plant, sollte die Transportbolzen erst nach dem vollständigen Abkühlen und Abpumpen wieder eindrehen, sonst droht ein Wasserschaden im Transporter.
In der neuen Wohnung prüfst du zuerst den Untergrund und die Wandbeschaffenheit, nicht die Schrauben. Eine Wasserwaage an der geplanten Oberkante zeigt, ob der Boden schief ist. Bei Altbauwänden können Gipskartondübel nötig sein, bei Beton reichen Universaldübel. Setze die Korpusse in umgekehrter Reihenfolge zusammen, beginnend mit dem Unterschrank, der später die Arbeitsplatte trägt. Verbinde die Schränke untereinander, bevor du sie an die Wand schraubst. Die Türen kommen zuletzt, sonst schlagen sie beim Ausrichten an. Prüfe nach dem Aufbau jede Schublade auf Leichtgängigkeit und ziehe alle Schrauben noch einmal nach, denn beim Transport lockert sich fast jede Verbindung. Wenn alle Korpusse stehen, richtest du die Sockelblende aus und dichtest die Fugen zur Wand mit Silikon ab.
Ein häufiger Fehler ist der Verzicht auf eine Sortierhilfe beim Abbau. Wer Schrauben lose in eine Schublade wirft, verliert pro Schrank etwa zwanzig Minuten beim Wiederaufbau. Etiketten auf den Korpusseiten helfen ebenfalls: „links oben“ oder „Herdseite“ genügt. Für die Wände gilt: Spachtelmasse und Grundierung kosten weniger als ein neuer Anstrich, wenn die alten Bohrlöcher sichtbar bleiben. Am Ende zählt nicht die Geschwindigkeit, sondern dass die Schränke gerade hängen und die Türen schließen. Ein Nachmittag mit System spart zwei Abende mit Flüchen.